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Keine Termine
Altroverfahrt 2010

Unser Ziel ist die Uckermark. Hoch im Norden; 80km nördlich von Berlin, sind wir, Altrover aus dem ganzen Lande, her angereist. Raus aus der Arbeit, raus aus dem Alltag, raus aus dem naßkalten Bayernlande, endlich mal wieder raus in die Natur.

Und genau das bot uns der Lagerplatz auf dem wir uns trafen. Eine gemähte Wiese, am Üferchen des Flüßchens "Rhin", den wir am nächsten Tag bepaddeln sollten. Hier war es unwahrscheinlich ruhig, der Mond stand am klaren Abendhimmel und es zeichnete sich die Silhoulette zweier Tipi´s ab. Den darin verlockenden Feldbetten widerstanden wir: auch der ALTROVER hat seinen Stolz! Wir haben daneben schnell eine Kohte hochgezogen, bzw. unter freiem Himmel in der Wiese geschlafen und den Mücken ein gefundenes Fressen geboten. Am folgenden Morgen teilten sich die Besatzungen für die Einer- und Zweier-Kajaks auf, und nach kurzer Einweisung ging´s los!

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Die nächsten 4 Stunden folgten wir dem kleinen Flüßchen, der nur wenige Monate im Jahr befahrbar ist, in seinem Lauf. Die Kurven und Hindernisse wie hineinragende Äste, querliegende Baumstämme, Untiefen, Spinnenweben und Mückenschwärme mussten überwunden werden. Insbesondere bei den ganz flach über dem Wasser liegenden Stämmen und den dickeren Altroverbäuchen sollte wohlüberlegt sein, ob man sich nach vorne beugt, oder nach hinten ins Kanu streckt, um eventuelles Kentern zu vermeiden, um stattdessen die eine oder andere Schramme in Kauf zu nehmen. Wem das noch nicht genug war,der lieferte sich noch die eine oder andere Wasserschlacht, was zur Folge hatte, irgendwann am unwegsamen Ufer anzulegen, um sein Boot leerzuschöpfen. Am Schluß wurden natürlich auch die bedacht, die bis dahin ungeschoren davonkamen. Ja, es bleib kein Auge trocken!

Abends schlugen wir unser Lager in einem Mischwald auf, wo wir mit einem über dem Lagerfeuer zubereitetem Couscousgericht verköstigt wurden. Es folgten noch zwei weitere Fahrtentage, bei denen wir aufs Kanu umsattelten und auf der Mecklenburgischen Seenplatte verschiedene Seen, Flüsse, Schleusen, Wasserrutschen,Dörfer kreuzten, bis wir abends nach Tangersdorf marschierten. Herbert, ein alter Pfadfinder aus München, hat hier am Dorfrand ein großes Grundstück gepachtet, auf dem neben den vielen Herbergshütten, sanitären Anlagen auch Platz für Zelte ist. Ehe es von Pfadfindern übernommen wurde, war es zu DDR-Zeiten ein Jugendferienlagerplatz. In der Nähe gibt es auch einen See, den man zu Fuß gut erreichen kann.

Das Wetter war uns wohlgesonnen, so daß wir unseren Abend mit einem Festmahl und Singen am Lagerfeuer draußen ausklingen lassen konnten. An unserem letzten Fahrtentag war noch Tippeln angesagt. Einige Kilometer gingen wir durch Wälder und über Dörfer; aber auch ein Teil "Geschichte" holte uns ein, als wir am KZ Ravensbrück entlangwanderten. Die Gegend war menschenleer,der heiße Sommerwind streifte über die Wiesen, sichtbare Symbole wie Stacheldraht, Panzer, Wachtürme und Baracken regten zum Nachdenken an. Als unser Ziel erreicht war, erklang noch das Abschlußlied vor der Kirche auf dem Marktplatz von Fürstenberg.

Unsere Fahrt ist wie schon viele gewesen:

  • wir erlebten viel gemeinsam,
  • wir hatten uns viel zu erzählen,
  • wir kamen uns wieder ein Stück näher

und wir trennten uns wieder, jeder seinen Weg gehend, doch mit neuen, schönen Erinnerungen an die gemeinsamen Tage, die jeder von uns mitnehmen durfte.

Trine - Altrover

 

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